Welche Versicherungen brauche ich als Mieter?

Welche Versicherungen brauche ich als Mieter?

Weder vertraglich noch laut Gesetz dürfen Mieter dazu gezwungen werden, eine Versicherung abzuschließen. Allerdings kann sich nicht bei allen Schäden auf den Vermieter berufen werden und es ist für jeden Mieter durchaus ratsam, auf diesem Gebiet eigene Vorsorge zu treffen. Mieter haften in ihrer Wohnung grundsätzlich selbst für alle Schäden, die durch sie persönlich, ihre Kinder, ihre Besucher oder ihre Haustiere verursacht werden.

Oft wird von Mietern auch vergessen, dass schon eine kleine Fahrlässigkeit schnell teuer werden und in manchen Fällen sogar zum finanziellen Ruin führen kann. Zudem kann bei der Wohnungssuche die richtige Versicherung den entscheidenden Unterschied zu anderen Mitbewerbern machen, weil sie dem Vermieter eine zusätzliche Sicherheit bietet. Besonders in Städten und Gemeinden, in denen eine angespannte Lage am Wohnungsmarkt herrscht, kann dies eine gute Investition sein. Auch generell ist jedoch der Abschluss zumindest einiger Versicherungen für jeden Mieter sinnvoll.

Diese Versicherungen sollten Mieter abschließen:

1. Eine private Haftpflichtversicherung

Unbedingt erfolgen sollte der Abschluss einer privaten Haftpflichtversicherung. Diese kommt für Schäden auf, die der Mieter an fremdem Eigentum verschuldet. Mittlerweile wird auch immer öfter von Vermietern nach einer bestehenden Haftpflichtversicherung gefragt, denn verursacht der Mieter beispielsweise einen Wohnungsbrand, kommt seine Haftpflichtversicherung für die dadurch entstandenen Schäden auf. Ist er dagegen nicht versichert, muss der Mieter aus eigener Tasche zahlen, was sich besonders bei hohen Summen für beide Seiten sehr schwierig gestalten kann. Gerade im Verhältnis zu den gedeckten Schadenssummen in Brandfällen sind die Beiträge einer privaten Haftpflichtversicherung in der Regel zudem recht niedrig. Eine Haftpflichtversicherung lohnt sich aber auch bei weniger schlimmen Vorkommnissen, wie beispielsweise dem Austausch der gesamten Schließanlage, den der Verlust eines Schlüsselbundes manchmal notwendig macht. Auch für andere private Bereiche kann eine Haftpflichtversicherung von Nutzen sein, denn in der Regel haftet sie auch für Schäden, die der Mieter an fremdem Eigentum in anderen Wohnungen verursacht – zum Beispiel wenn er bei einem Besuch eines Bekannten aus Versehen auf dessen Brille tritt.

2. Eine Hausratversicherung

Sinnvoll ist auch eine Hausratversicherung. Sie sichert das gesamte bewegliche Hab und Gut des Mieters ab, das sich nicht nur in der gemieteten Wohnung, sondern auch in allen dazugehörigen Nebengebäuden befindet. Dazu zählen beispielsweise Hobby-, Keller- und Speicherräume, sofern sie abschließbar sind. Schäden sind hier immer möglich, auch wenn die Habseligkeiten dort eigentlich gut aufbewahrt sind. So kann zum Beispiel während des Urlaubs ein Einbruch stattfinden, ein Blitz einschlagen oder ein Rohrbruch ganze Räume unter Wasser setzen.

Ob sich eine Hausratversicherung im konkreten Fall lohnt, hängt jedoch von dem tatsächlichen materiellen Wert der Einrichtungsgegenstände ab. Als Faustregel gilt: Je wertvoller die Inneneinrichtung ist, desto eher sollte eine Hausratversicherung abschlossen werden.

3. Eine Rechtsschutzversicherung

Neben der Haftpflicht- und Hausratversicherung sollten Mieter auch über den Abschluss einer Rechtsschutzversicherung nachdenken. Während die beiden erstgenannten Versicherungen primär die Kosten für entstandene Sachschäden übernehmen, sichert der Rechtsschutz die Möglichkeit einer juristischen Beratung und Vertretung vor ordentlichen Gerichten. In der Praxis greift sie beispielsweise bei fristloser Kündigung, einer ungerechtfertigten Mieterhöhung sowie Diskrepanzen mit dem Vermieter, anderen Hausbewohnern oder den Nachbarn. Für diesen Rechtsschutz gibt es mittlerweile sehr günstige Angebote. Manche Anbieter bieten schon für unter zehn Euro im Monat Sicherheit bei mietrechtlichen Streitigkeiten und Problemen an. Allerdings werden oft Selbstbeteiligungen in den Policen vereinbart. In solchen Fällen sollte immer geprüft werden, ob eine außergerichtliche Einigung nicht billiger wäre. Eine noch günstigere Alternative dazu ist die Mitgliedschaft in einem Mieterverein. Sie greift bei kleineren Streitigkeiten, wie zum Beispiel einer unklaren Abrechnung der Nebenkosten. Eine Hilfe vor Gericht mit anwaltlicher Vertretung ist durch Mietervereine jedoch nicht gewährleistet.

Fazit: Mit dem Abschluss der drei genannten Versicherungen verfügt in der Regel jeder Mieter über einen generell ausreichenden Schutz. Die konkreten Versicherungsbeiträge hängen dabei von den jeweiligen Ansprüchen und Leistungen, der Wohnraumgröße und dem Wert der Besitztümer ab.
Unser Tipp: Auch wenn sich die Tarife häufig ähneln, lohnt sich wegen der Unterschiede in der Preisbildung und zuweilen auch der Spezialisierung einzelner Unternehmen in jedem Fall ein Preisvergleich zwischen den zahlreichen Anbietern und eine persönliche Beratung durch einen Experten.

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