12. Immobilien-Dialog der Region Stuttgart

12. Immobilien-Dialog der Region Stuttgart

Schon zum zwölften Mal luden die Wirtschaftsförderungen von Stadt und Region Stuttgart zusammen mit der Heuer Dialog GmbH zum sogenannten „Immobilien-Dialog“ ein. Rund 450 Vertreter/innen der Bau-, Finanz- und Immobilienwirtschaft nahmen dieses Jahr an der Veranstaltung teil, die am 1. und 2. Juli stattfand. Im Stuttgarter Rathaus wurde sich in Diskussionsrunden, Workshops und Vorträgen über Themen rund um die Stadtentwicklung Stuttgarts ausgetauscht.

Eröffnung durch Oberbürgermeister Fritz Kuhn

Eröffnet wurde die Veranstaltung von Oberbürgermeister Fritz Kuhn. Er präsentierte Stuttgart als innovative und nachhaltige Stadt. Wörtlich sagte Kuhn: „Stuttgart ist Forschungshauptstadt. Fast die Hälfte der landesweiten Investitionen werden hier getätigt. 60.000 Studenten sind hier, dazu kommen 20.000 wissenschaftliche Mitarbeiter an den Universitäten. Ihre Forschung macht sich dann auch auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar.“

Auch der Klimawandel war für Kuhn ein wichtiges Thema. Die Entwicklung nachhaltiger Mobilität sei für Verwaltung und Unternehmen eine Kernaufgabe. Kuhn erklärte hierzu: „Wir wollen von einer autogerechten zu einer mobilitätsgerechten Stadt werden. Die Wirtschaft wird ihrem Anspruch hier noch nicht gerecht. Ihre Geschwindigkeit besorgt mich.“ Weiter führte er aus: „Durch unsere Kessellage werden die Sommer heißer. Investoren müssten im Innenstadtbereich Dach- und Fassadenbegrünung in ihr Portfolio aufnehmen und so bauen, dass wir nicht mit Strom kühlen müssen. Wenn Sie bauen, achten Sie bitte darauf, dass der Bau energetisch optimiert wird - und nicht nur billig ist.“ In diesem Zusammenhang erteilte er auch der Ausweisung von Baugebieten auf die grüne Wiese eine Abfuhr: Grün- und Ackerflächen seien wichtig für das Stadtklima, Bauernland in der Stadt ein Wert an sich. Es sei wichtig, ein ausgewogenes Gleichgewicht zwischen Stadtentwicklung und der Bewahrung von Grünflächen zu finden. Der Bau von jährlich über 1.900 Wohnungen könne aber auch die nächsten zehn Jahre weiterhin gewährleistet werden, versicherte er. Außerdem achte die Stadt darauf, dass möglichst viele der Wohnungen sozial gefördert werden, erklärte Kuhn abschließend.

Auch Thomas Strobl, Baden-Württembergs Minister für Inneres, Digitalisierung und Migration sowie CDU-Landeschef, steuerte zur Eröffnung der Veranstaltung bei. Er erklärte, dass er die Region Stuttgart zur digitalen Leitregion Europas machen wolle und mahnte zu mehr Tempo beim Ausbau der Glasfaserinfrastruktur sowie dem neuen Mobilfunkstandard 5G.

Widerstand gegen Porsche

Thomas Bopp, Vorsitzender des Verbands Region Stuttgart, forderte dagegen eine regionale Bürgerbeteiligung für regional bedeutsame Vorhaben. Regionalschwerpunkte dürften nicht schon auf lokaler Ebene gestoppt werden. In diesem Zusammenhang erwähnte er die geplante Ansiedlung von Porsche in Schwieberdingen, die bei den dortigen Anwohnern auf Widerstand stößt und über die es einen baldigen Bürgerentscheid geben wird.

Stuttgart mit starkem Fundament

In einem Investoren-Talk bezeichnete Michael Ramm, Geschäftsführer von JP Morgan Asset Management, Stuttgarts Immobilienmarkt als extrem gefestigt. Mieten und Leerstand seien stabil, immer mehr internationale Investoren würden sich für den Standort Stuttgart interessieren. Daniel Werth, Geschäftsführer von Momeni Investment Management, sieht sogar noch mehr Potenzial bei den Büromieten. Die Stuttgarter würden den Markt vorsichtiger einschätzen, als Auswärtige es tun.

Projekt Flandernhöhe

Wilfried Wallbrecht, Baubürgermeister der Neckarstadt, stellte auf dem 12. Immobilien-Dialog das Esslinger Projekt „Flandernhöhe“ vor. Auf dem Areal der Pädagogischen Hochschule sollen mindestens 450 Wohnungen sowie eine Kita und Nahversorgung entstehen. Entgegen der ursprünglichen Planung soll nun ein Teil der Gebäude doch stehen bleiben. Das Areal misst insgesamt 6,5 Hektar.

Vaihingen Campus: Vorbildliche Mobilität

In Sachen Mobilität könnte der Vaihingen Campus, das ehemalige IBM-Areal, ein mögliches Vorbild für Stuttgart sein, meinte Jürgen Giessmann, Beiratsvorsitzender der SSN Group. Geplant seien dort eine Sharing-Station für Fahrräder, E-Bikes und Autos sowie eventuell auch eine Seilbahn zum Vaihinger Bahnhof.

Proteste vor dem Rathaus

Der zweitägige „Immobilien-Dialog“ mobilisierte auch Hunderte von Menschen, die auf dem Stuttgarter Marktplatz gegen die Veranstaltung protestierten. Aufgerufen zu diesen Protesten hatte das Bündnis „Recht auf Wohnen“. Anlässlich des Immobilien-Dialogs wolle man gemeinsam „auf die Kungelei der Stadtspitze mit zu kapitalistisch orientierten Immobilienfirmen und Spekulanten aufmerksam machen“, sagte ein Sprecher des Aktionsbündnisses „Recht auf Wohnen“. Die Stadt Stuttgart sehe sich als „Dienstleisterin von Konzernen und Unternehmern“, kritisierte Thomas Adler, Vorsitzender der Fraktionsgemeinschaft SÖS/Linke-plus und einer der Redner der Demonstration.

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